Als Goisern verarmte

Lange blühte das ehrsame Handwerk und Gewerbe im inneren Salzkammergut in Reiseführer aus dem Jahre 1820 schildert Goisern als „sehr belebt, indem hier größtenteils Handel mit Krämereywaren, Tuch und Spezerey, Messern und dergleichen getrieben wird". Die Bergund Salinenarbeiter waren sozial vergleichsweise gut gestellt: Sie erhielten z. T. Naturalien als Teil ihres Lohnes und hatten Anspruch auf das verbilligte „Hofkorn", dessen Preis - unabhängig von Teuerungen und Missernten - vom Staat gestützt wurde. Im Gefolge der Napoleonischen Kriege, aber auch mit der Auflassung der Herrschaft Neuwildenstein begannen jedoch wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Der Niedergang des Salzwesens, der damit verbundene Personalabbau bei den Salinen und die Auflassung von Verwaltungsbereichen führten auch in Goisern zu einer großen Arbeitslosigkeit, die viele Familien in tiefe Armut stürzte. In der Folge kam es etwa 15 Jahre lang zu einer regelrechten Auswanderungswelle nach Amerika: An einem einzigen Tag - am 22. Juli 1865 - verließen 55 Menschen Goisern, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine wirtschaftliche Zukunft zu finden.

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