Unter der Linde und unter dem Kreuz

Eine Dorflinde wie dieses prächtige, als Naturdenkmal ausgewiesene Exemplar galt in vielen Dörfern seit jeher als Zentrum und Versammlungsplatz. Linden sind im Gosautal, das von „Schwarzwald" (Nadelwald) geprägt wird, sehr selten - allerdings erwähnt die Chronik bereits im Jahre 1324 ein „Lindenthal". Nicht weit oberhalb dieses Platzes, am Gosauer Kalvarienberg, genießen Sie vielleicht den schönsten Blick über das Tal zum Gosaukamm. 1775 ließ der Hallstätter Salzfertiger Johann Sollinger die Kalvarienbergkirche und den Kreuzweg mit seinen fünf Kapellen errichten, obwohl - oder weil - sich Gosau damals gerade zu einer fast geschlossenen evangelischen Gemeinde konstituierte:

Der Innsbrucker Universitätsprofessor Josef August Schultes, der zwischen 1784 und 1808 durch das Salzkammergut reiste, spricht sogar von einem Österreichischen Wittenberg". Bis zur friedlichen Ökumene musste allerdings noch einiges Wasser den Gosaubach hinabfließen: Den Protestanten blieb beispielsweise das Glockenläuten und Turmbauen noch bis 1861 versagt und der katholische Pfarrer kassierte noch „Stolagebühren" für Taufen oder Hochzeiten, auch wenn sie sein evangelischer Kollege durchführte.

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