Relikte der Eiszeit

Gletschergarten - Naturdenkmal

In Hallstatts Echerntal liegt das großartige Naturdenkmal „Gletschergarten", das im Jahr 1926 entdeckt wurde. Der Hallstätter Gletschergarten ist ein Relikt der letzten Eiszeit, deren Gletscher sich vor 12000 Jahren zurückzogen. Bei starkem Regen oder bei Schneeschmelze kann der Dürrenbach (ein Wildbach, der nur zeitweise Wasser führt und in den Waldbach mündet) innerhalb weniger Stunden außerordentlich große Wassermengen führen, kann aber wieder innerhalb kurzer Zeit trocken fallen. Im Verlauf der Zeit haben herabstürzende Wässer des Dürrenbaches schöne Kessel im Dachsteinkalk des Bachbettes geformt. Solche „Gletsscherkessel" oder „Gletschtöpfe" entstehen durch die Jahrtausendedauernde Mahlarbeit kugelförmiger Steine, schleifender Feinanteile und chemische Erosion (Lösungserscheinungen) am Felsengrund von Karst und Gletscherbächen. Vom tiefsten Punkt des Gletschergartens führt der Steig weiter zum alten „Franz-Josef-Reitweg" und dann zum Malerweg im Talgrund. Alter des Gletschergartens: Zur Vervollständigung der Vorstellungen über die Entstehung des Gletschergartens interessiert auch die Frage über die zeitliche Einordnung der Gletschertopfbildung. Vor rund 2 Millionen Jahren setzte im Quartär eine Klimaverschlechterung ein.

Felsstürze des Echerntals

Mehrere Eiszeitphasen (Glazial) wurden durch gemäßigte Warmzeiten (Interglazial) unterbrochen. Die letzte große Eiszeit (Würm) setzte vor ca. 80.000 Jahren ein, vor rund 18.000 Jahren begannen sich die Gletscher - unterbrochen von kurzen Vorstoßphasen - endgültig aus dem Salzkammergut zurückzuziehen. Vor 12.000 Jahren erreichten nur noch die Gletscher des zentralen Dachsteinplateaus in einem kurzen Vorstoß den Echerntalboden. Ungefähr in dieser Zeit bzw. kurz danach werden auch die großen Felsstürze des Echerntals eingeordnet (z.B. "Kreuzstein", „Runenstein" usf.) welche die eiszeitlichen Ablagerungen bedecken.

In mächtigen Flötzen

Der Hallstätter Gletschergarten ist somit mindestens 12.000 Jahre alt. „In mächtigen Flötzen steigt der Düren mit seinem kreidigen Dürenbache empor. Furchtbar schön erhebt er sich über den schwarzen Rücken eines Tannenwaldes, von dessen Höhen ein silberner Bach herausschäumt. Rechts dort sehen Sie hinein in die Kluft der Ahornwand, und links steht die kahleste des tausend Fuß hohen Hierlatz vor Ihnen. Wie von der Hand einer Fee ergriffen dreht man sich hier im Kreise umher und schaut und sicht, ob das Zauber ist oder Wirklichkeit, was man schaut." (Joseph August Schultes: Reisen durch Oberösterreich) Im Jahre 1886 beschlossen die Verantwortlichen des Österreichischen Alpenvereins, den bestehenden, von Hallstatt zur Simonyhütte führenden Weg zu einem Reitweg auszubauen. Man wollte die Simonyhütte und den Dachstein für jedermann erreichbar machen. Die Gesamtlänge des Weges beträgt 12.110 Meter. Der neue Weg wurde nach dem Kaiser, „Franz-Josef-Reitweg" benannt.

Die Eröffnung fand am 8. September 1890 statt. Viele Bewohner Hallstatts und zahlreiche Ehrengäste nahmen an diesem, für künftigen Alpintourismus bedeutungsvollen Festakt, teil. Der Reitweg wurde 2006 im Zuge des Themenweges im unteren Teil zum Teil auf der alten Trasse erneuert. Die ursprüngliche Brücke über den Wildbach (Dürren) wurde neu errichtet.

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