Verirrt im Schneesturm

Waldbachstrub

Adalbert Stifter war im Sommer 1845 mit einer Frau nach Hallstatt gekommen um seinen Freund Friedrich Simony zu besuchen. Nach einem großen Unwetter führte Simony seinen Freund in das Echerntal um ihm die Wasserfälle und Waldbachstrub zu zeigen. Am Weg treffen Sie zwei Kinder, ein Bub und ein Mädchen. Sie bieten Erdbeeren zum Kauf an. Stifter ist so entzückt von beiden Kindern, dass er sofort auf den Handel eingeht, den Kindern jedoch die Erdbeeren selber essen lässt. Er lässt die Kinder über ihren Tagesablauf erzählen, wie sie dem Großvater Essen auf die Alm gebracht haben. Von der Buttermilch auf der Alm, die ihnen die Sennerin zu trinken gegeben hat und schließlich von den Erdbeeren, die sie vor dem großen Unwetter gefunden haben. Die beiden Kinder werden das Vorbild für die Kinder Konrad und Sanna in Stifters Erzählung „Bergkristall", die sich am 24. Dezember in der wilden und gefährlichen Welt der Gletschereisdome verirren. Im Gegensatz zu Gauermann geht es Waldmüller nicht um die Darstellung der romantischen „Wildheit" des Gebirgsbaches, sondern um eine härtere genaue Sicht jedes einzelnen Objektes, wie Felsen, Bäume, Wolken.

Johann Steiner, aus „Der Reisegefährte durch die Österreichische Schweiz oder das ob der ennsische Salzkammergut" erschienen 1820: „Dankbar wird man beim Abschied dieses herrlichen Wasserfalle, nebst seinen bei den jüngeren Brüdern, ein freundliches Lebewohl zuwinken und sich lange dieses schönen genossenen Naturspiels zu erinnern." Kaiser Franz Joseph schreibt 1865 in einem Brief an seine Mutterüber einen Ausflug nach Hallstatt: „Vorgestern habe ich allein mit Sissi bei herrlichsten Wetter eine hübsche Partie gemacht.... Nach Tisch sind wir zum Waldbachstrub gegangen. Das Tal war herrlich beleuchtet und vom frischesten Grün; nur durch eine Menge Trotteln, wie immer, und durch eine neue, in dieser schönen Gegend höchst unpassenden Zivilisation verunstaltet."

Ruhepool im Hallstätter Echerntal:

Waldbachstrub Wasserfall

Hallstatt| Waldbachstrub: Beieindruckender Wasserfall im wildromantischen Hallstätter Echerntal. Glücksplatz mit Kultfaktor!

» Glücksplätze: Waldbachstrub Wasserfall

© Kraft Waldbachstrub Wasserfall in Hallstatt

Kaiser Franz Joseph schreibt an Kaiserin Elisabeth (Sissi) in Korfu: „Vorgestern erhielt ich Dein Telegramm aus Corfu .... Es freut mich, dass Dir Ithaka so unendlich gefällt. Dass es nervenberuhigend und still ist, will ich glauben, aber dass es schöner wie Hallstatt sein soll, scheint mir unmöglich, besonders bei der mangelhaften südlichen Vegetation...."Der Waldbachstrub, einer der schönsten Wasserfälle der Ostalpen. Aus einer finsteren Klamm kommt das Wasser des Hallstätter- und Gosaugletschers hervor, stürzt 95 Meter in die Tiefe und bildet im „Umadum" tobende Wirbel. Als im Waldbach noch Holz gedriftet wurde, mussten die Bloche aus der Wasserhölle mit dem „Beil" herausgeholt und dem weiteren Bachlauf übergeben werden.

Eine Wanderung zum Waldbachstrub war seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel. Vor dem letzten Wegstück zum Waldbachstrub biegt man ab zum Gangsteig, einem Weg zum Salzberg, der nicht ganz einfach zu bewältigen ist - nur für Geübte! Die Stufen sind in den Felsen geschlagen. Tief unten liegt der Waldbach. Von den Wasserfällengibt es viele Malereien und Stiche.

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