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Sie müssen ja nicht ewig bleiben
Beinhaus Hallstatt
Das Beinhaus in Hallstatt /bei der Kath. Kirche ) enthält rund 610 bemalte Schädel. Einige
wurden schon Ende des 18. Jahrhunderts bemalt, manche stammen aber auch
aus diesem Jahrhundert.
Die Schädelmalerei wurde hauptsächlich während des 19. Jahrhunderts durchgeführt und gehört zu einem Kulturkreis, der vorwiegend im östlichen Alpenraum - d.h. im österreichischen Innviertel, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Bayern - verbreitet war. Noch heute findet dieser Brauch in Hallstatt Anwendung. Hallstatt besitzt die größte Schädelsammlung, die es je gegeben hat. Andere Sammlungen sind kaum noch vorhanden. Musste ein Grab für ein neues Begräbnis wieder verwendet werden, wurde das Aufnehmen der Schädel oder Knochen in ein Beinhaus oder einen Karner als eine Art zweite Bestattung aufgefasst. Mit der Bemalung und Beschriftung wurde die Identität der früheren Familienmitglieder bewahrt. Je nach Familienzugehörigkeit, aber auch je nachdem, wer gemalt hat, wurden die Namen oder nur die Initialen oder manchmal auch gar keine Beschriftung angebracht.
Bemalte Schädel
Obwohl es klar
ist, dass mehrere Arten der Bemalung vorkommen, hat es sich bei meiner
Untersuchung gezeigt, dass die Art der Bemalung einer besonderen
Entwicklung folgt. Dazu kommt auch die Art und Weise, in der die Namen
oder Initialen geschrieben wurden.
Vor dieser Untersuchung (1974 -
1993) gab es Vorstellungen über Bemalungen, die nicht mit der
tatsächlichen Entwicklung übereinstimmen. Es war angenommen worden,
dass die Schädel wegen Platzmangels in das Beinhaus gebracht wurden. In
einer Untersuchung, die 1948 - 1950 von Prof. Gustav Sause r von der
Universität Innsbruck gemacht wurde, konnten 2104 bemalte und unbemalte
Schädel dokumentiert werden. Da es bis 1900 etwa 30000 Eintragungen in
das Sterbebuch gab, ist klar, dass diejenigen, die ins Beinhaus
gebracht wurden, eine kleine Auslese der Bestatteten darstellen.
Die
meisten Schädel wurden 1780 - 1900 bemalt. Es lässt sich eine gewisse
Familientradition nachweisen, mehrere Maler waren in dieser Zeitspanne
tätig. Mit wenigen Ausnahmen ist die Malerei für eine gewisse Zeit
charakteristisch. Schädel mit Kränzen sind die ältesten - je dunkler
der Kranz, desto älter der Schädel. Schmale Kränze und farbiges Kreuz
mit Randkontur sind die jüngsten dieser Art Bemalung. Ein
Blumenornament an der Stirn kennzeichnet die nächste Phase, dann folgen
grüne Blätter an den Schläfen (Eiche, Efeu, Oleander) - fast immer mit
einem schwarzen Kreuz an der Stirn. Die jüngsten Bemalungen vom Anfang
des vorigen Jahrhunderts sind durch dünne Efeuzweige beiderseits,
lateinische Schrift und ein verhältnismäßig schmales Kreuz
charakterisiert. Manche Schädel sind nur mit dem Namen versehen, manche
Bemalungen sind Kopien von früher. In den letzten Jahren wurden nur
vereinzelt Schädel im Beinhaus beigesetzt.
Pfarrkirche Hallstatt
Die Pfarrkirche in Hallstatt ist ein wunderschönes Kleinod inmitten des Weltkulturerbe- Ortes. Weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist der Spätgotische Flügelaltar von Meister Leonhard Astl, der als Stiftung der Bergknappen gilt und eine kunsthistorische Besonderheit darstellt. Mehr erlesen...


