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Die Gosauseen
Der Gosausee
- Gehzeit: ca. 90 Minuten
- Ausgangspunkt: Talstation Gosaukamm/Zwieselalmseilbahn
- Besonderheiten: Wunderbare Aussichten auf den Dachsteingletscher. Familienfreundlicher Rundweg. Auch für Kinderwagen geeignet. Eine Wanderung um den Gosausee, umgeben von einer weltberühmten Felskulisse bietet eine Vielfalt von Naturwundern.
Der Vordere Gosausee
ist ein Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Die Eiszeitgletscher
haben den Trog ausgeschürft, in dem dann das Wasseraufgestaut wurde.
Der Gosausee hat am hinteren Ende mehrere, zum Teil unterirdische
Zuflüsse. Auch die Wasserabflüsse liegen unter dem Wasserspiegel: ein
Teil fließt durch künstli-che Stollen und Rohre zu einem Kraftwerk am
Ende des Gosautales, ein Teil fließt durch natürliche Klüfte und Fugen
ab und tritt bei den Brunnbächen wieder an die Oberfläche (siehe "Die
Brunnbachwanderung" ). Das genannte Kraftwerk , welches das Wasser des
Gosausees nutzt, wurde 1910 gebaut. Es ist ein soge-nanntes
Speicherkraftwerk, das im Winter, wenn der Strom teuerist, betrieben
wird. Im Frühling, wenn billiger Überschußstrom vorhanden ist, wird
Wasser vom Stau-see hinter dem Gosauschmied in den Gosausee ge-pumpt,
bis dieser wieder seinen natürlichen Wasser-stand erreicht hat.
Das
Wasser des Gosausees ist klar und hat Trinkwasserqualität. Beste
Lebensbedingungen also für mehrere Fischarten. Die kleinen Pfrillen
sind Ureinwohnerdes Gosausees. Einstgab es hiernoch die
"Schwarzreiter". Das waren kleine Edelfische, die vor etwa 50 Jahren
durch menschlichen Einfluß ausgestor-ben sind. Die Regenbogenforellen
und Barsche (Schrazen), die heute im Gosausee vorkommen, sind künstlich
eingesetzt. Die Nahrungsquellen der kleineren Fische sind
Mikroorganismen (Plankton), die reichlich im Wasser vorkommen.
Beginnen wir nun unsere Wanderung um den Gosausee. Mit Blick auf
den Dachstein wandern wir zuerst auf der linken Seeseite: Auf der
Sonnseite wechseln steile Wälder mit senkrechten Felsen. Die Wälder
bestehen aus Fichten, Tannen, Lärchen, Buchen und Bergahorn, die sich
bis an die Waldgrenze hinaufschieben. Die Felswände sind stellenweise
mit8laugras überwachsen und im Frühjahr blühen an unzähligen Stellen
Petergstam (Alpenprimel) in einem satten Gelb. Gegen das See-Ende hin,
nach derausgesprengten Wegstelle, finden wir auf den trockenen
Steinhalden kümmerliche Birken. Unter den tiefhängenden Ästen der Bäume
wachsen herrliche Moospolster: das Etagenmoos. Am Ende des Sees, wo wir
auf die andere Seeseite wechseln, wächst auf dem Schotterboden ein
gesunder Fichten - Tannenwald. Es ist beruhigend zu sehen, wie unter
dem Schirm der älteren Bäume die jüngeren Tannen heranwachsen.
Am
Rückweg, auf der Schattseite, kommen wir an entwurzelten Baumstöcken
vorbei. Im Jahre 1987 ist hier eine Jahrhundertlawine abgegangen, die
einen breiten Streifen in den Wald gerissen hat.
Der hintere Gosausee
- Gehzeit: ca. Zwei Stunden
- Ausgangspunkt: Talstation Gosaukamm/Zwieselalmseilbahn
- Besonderheiten:
Wunderbare Aussichten auf auf den Dachsteingletscher.
Familienfreundlicher Wanderweg. Für Alt und Jung geeignet Der Weg ist
grobschottrig, großteils flach, mit eini-gen steilen Wegstellen,
ungefährlich. Feste Schuhe sind unbedingt erforderlich.
Gehen Sie entlang des Gosausees (je
nach Sonnen-stand links oder rechts vom See) bis zur Gosaulacke. Die
Gosaulacke ist ein Karstsee, der bei Trockenheit fast ausgetrocknet
ist. Später kommen wir beim "Launingfall" vorbei, der nach Regenfällen
ein Naturschauspiel bietet. Der Weg führt durch ein karges, teilweise
mit Legföhren bestocktes Waldgebiet, am "Zigeunerloch" vorbei. Nach
Überwindung eines Steilstückes sind wir auf dem "Luagbichl". Von hier
haben wir einen schönen Blick zurück zur Gosaulacke und zum Vorderen
Gosausee. Links die mit Latschen bewachsenen Schutthänge der "Schütt".
Von hier geht es sanft 10 Min. bis zum Hinteren Gosausee, wobei wir
einmal den periodisch aktiven Abfluß des Sees überqueren müssen.
Der
hintere Gosausee ist ein typischer Karstsee, d.h. sowohl der Zufluß als
auch der Abf/uß ist (bei Normalwasser) unterirdisch. Nur bei Hochwasser
hat der See auch einen oberirdischen Abfluß. Eine Besonderheit ist eine
Spalte im vorderen Teil des Sees (nursehrschwerzugänglich). Diese
Spal-te ist normalerweise eine Quelle. Aus ihr entspringt Wasser, das
von den Gletschern kommt und in den See fließt.

Steigt der
Wasserspiegel aber an, so fließt das Wasser des Sees durch diese Spalte
ab. Die Quelle wird zur "Schwinde". Doch nicht genug des Wunders! Ein
Teil dieses Wassers fließt nun unterirdisch weiter bis ins Gosautal, wo
es aus den Brunnbächen entspringt. Der weitaus größere Teil aber fließt
quer durch das Gebirge und tritt beim "Waldbachursprung" bei Hallstatt
wieder an den Tag. Dies ist ein Beispiel dafür, welche
unwahr-scheinlichen Wege das unterirdische Wasser oft nimmt.
Am Ende der Sees ist die bewirtschaftete Holzmeisteraim.

