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Vom Bethaus zur Kirche
Die evangelische Kirche
wurde am 30. Oktober 1785 als Bethaus erbaut. Nach dem Erlass Kaiser Franz Joseph des I. wurde allen Evangelischen volles Heimatrecht und die Gleichberechtigung im kirchlichen wie im politischen Leben garantiert. Von da an begann der Kirchenneubau.Im Oktober 1863, nach nur fünfjähriger Bauzeit, war das neue Gotteshaus vollendet.

Im
16. Jahrhundert fielen die Reformationslehren Martin Luthers im
Salzkammergut - insbesondere bei den Bergknappen - rasch auf
fruchtbaren Boden. Auch der Gegenreformation leisteten die Menschen in
diesem Raum erbitterten Widerstand: 1601 wurden alle Brücken
abgetragen, die Sudpfannen ausgelassen, die Schiffs- und Holztransporte
gesperrt. Evangelische Prediger riefen in den katholischen
Kirchen dazu auf, in Religionsdingen Widerstand gegen die Obrigkeit zu
leisten. Doch die Truppen des Salzburger Erzbischofs warfen den
Aufstand nieder: Man verurteilte die Anführer zum Tode und steckte ihre
Häuser in Brand. Wie die meisten Orte im Salzkammergut verlor auch
Hallstatt für einige Jahre seine Privilegien. 1734 marschierten
neuerlich Soldaten auf: 300 Protestanten - Frauen und Kinder nicht
mitgerechnet - aus Hallstatt, Ischl und Goisern wurden bei Nacht und
Nebel mit Salzzillen abtransportiert und mussten nach Siebenbürgen
auswandern.
Erst das "Toleranzpatent" Kaiser Josephs II. (1781) erlaubte den Protestanten die - eingeschränkte - Ausübung ihrer Religion. Damals bekannten sich 500 Hallstätter zum evangelischen Glauben. Drei Jahre später hatten sie bereits ein Bethaus erbaut und eine Privatschule eingerichtet. Die neugotische evangelische Christuskirche besteht seit 1863, nachdem durch das "Protestantenpatent" Kaiser Franz Josephs I. (1861/Bild) der evangelische Glaube dem katholischen völlig gleichgestellt worden war.


