Sie sind hier: Hallstatt > Vermischtes

12. Welterbefest

Thema „Mensch - Arbeit - Energie"

Die Dachsteingemeinde feiert am 26. und 27. Juni 2010 das 100-jährige Jubiläum des Staudamms am Gosausee

Eine Rätselfrage: Kennen Sie die Gemeinsamkeit zwischen der historischen „Ischlerbahn", die ehemals Salzburg und Bad Ischl verband, und dem Staudamm am Gosausee? Ja, richtig, beide wurden von den Technikpionieren Josef Stern und Franz Hafferl gebaut. Und der Unterschied? Der Staudamm am Gosausee existiert noch!
Anders als bei der beschaulichen alten Salzkammergutbahn käme hier auch niemand auf die Idee, dass der Damm verzichtbar wäre. Im Gegenteil, erst mit diesem Damm wurde der Gosausee mit dem Dachstein zu jenem großartigen Ansichtskartenmotiv, das in den vergangenen hundert Jahren Hunderttausende von Menschen bewundert haben. Und das gewissermaßen das Tüpfelchen auf dem i dieser an Schönheiten ganz und gar nicht armen Landschaft darstellt.
Allerdings wurde der Damm vor einigen Jahren von den Nachfolgern der Energiepioniere Stern und Hafferl, der EnergieAG, behutsam umgestaltet. So hält er heute den schärfsten Anforderungen des nachhaltigen Hochwasserschutzes stand. Auch nicht schlecht, oder? Übrigens war es genau dieser Zweck, der auch am Beginn der Staukette Gosau stand: Schlimme Unwetter hatten in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts im Trauntal gewütet und Hochwässer hatten das Unterland verwüstet. So ist das „Staubecken Gosausee" nur Teil einer gesamtstaatlichen Initiative und somit eigentlich nichts Besonderes. Dass aber aus dem Projekt Hochwasserschutz dann auch eines wurde, das der Energiegewinnung gewidmet war, ist einzig und allein den schon genannten Josef Stern und Franz Hafferl anzurechnen. So wurde aus einem recht abgeschiedenen Tal am „letzten Zipfel" Oberösterreichs einer der ersten Orte, an denen elektrischer Strom genutzt werden konnte.

100 Jahre liegen also zwischen den Anfängen der Energiegewinnung in Gosau und dem Welterbe-Fest, das zum vierten Mal in Gosau gefeiert wird. Schwerpunkte des Festes sind Ausstellungen sowohl im KulturZentrum Gosau als auch im Kraftwerk Hintertal mit historischen Exponaten aus verschiedenen Museen und Sammlungen. Der Themen-Rundweg Hintertal erzählt Geschichten von der Mühle zum Motor, von der Kerze zur Glühlampe („Weidlampe") und vom Bändigen der Urkraft Wasser, das auch Transportweg für Holz war.
Nicht zuletzt werden die Arbeitsbedingungen und Wanderbewegungen der Menschen zum Thema, die im Zusammenhang mit der Gosausee- und Gosaubach-Regulierung sowie der Energiegewinnung im Gosautal lebten und arbeiteten.

Das Programm:

Eröffnung am Samstag, 26. Juni:
20.00 Uhr im Kulturzentrum Gosau
Der Historiker Dr. Michael Kurz präsentiert die Anfänge der Energiegewinnung im Gosautal. Hat es sich so zugetragen? Dialoge der Herren Stern und Hafferl mit Gosauer Bürgern über die Segnungen einer neuen Technologie namens „elektrischer Strom".
Passende Musik untermalt das Bühnengeschehen.

Sonntag, 27. Juni:
10.30 Uhr Platzkonzert der Trachtenmusikkapelle Gosau
11.00 Uhr feierliche Eröffnung des Themen-Rundweges Hintertal
13.00 Uhr mit Musik geht's - bunt gemischt - durch den Nachmittag bis in den Abend
Für die Bewirtung sorgen die Gosauer Dorfwirte!

Ein Fest für die ganze Familie! Der Themen-Rundweg Hintertal bietet Sehenswertes zum Thema Energiegewinnung, aber auch Spiel, Spaß und Leckereien. Und ganz in der Nähe liegt der Gosauer Urzeitwald mit seinem einzigartigen Angebot für kleine und große Kinder.