Rätselhafte Spuren

Das Eulenloch

Bergseitig knapp über dem Wandfuss ist eine trapezförmige Öffnung in der Echernwand zu sehen, die sofort an ein Stollenmundloch erinnert. Vom Wanderweg aus scheint es, dass die Felsöffnung schwer zu erreichen ist. Bei näherer Untersuchung stellt sich aber heraus, dass ein zerbrochener von der Wand losgelöster riesiger Felsblock einen relativ einfachen Zugang ermöglicht.

Das Felsloch wird schon seit langem „Eulenloch" genannt. Welche Bewandtnis es mit dieser Bezeichnung hat, konnte bis jetzt nicht herausgefunden werden. Auch Zweck und Alter dieses Felsloches waren lange ungeklärt. Das Stollenprofi l mit den zwei erkennbaren Bohrlöchern lässt auf eine bergbauliche Tätigkeit schließen Bei J. A. Schultes konnte eine Textstelle gefunden werden, die sich nur auf das Eulenloch beziehen kann. Schultes schreibt: „Oben an der Siegwand, am Weg gegen die Strub hin sehen Sie ein viereckiges Loch im Felsen. Unmöglich sollte man glauben, ist es für Menschen dahin zu klettern, und doch erstiegen es Gemsjäger, und suchten dumindest der Zweck des Eulenloches geklärt sein, wobei wahrscheinlich Bergleute und nicht Jäger diese professionelle Arbeit durchführten.

Auch das Alter dieser Prospektionstätigkeit kann somit auf das 18. Jh. oder etwas früher eingestuft werden, da die Reisebeschreibungen von Schultes aus den Jahren 1794 bis 1808 stammen. In den vergangenen Jahrhunderten gab es auch im inneren Salzkammergut eine rege Prospektions- und Bergbautätigkeit auf Erze. Als Beispiele seinen hier der Arikogel, die Reinfalzalm (Ischler Salzberg) und der Rötelstein (Bad Aussee) angeführt. Auch die Schurfstollen am Südabhang der Niederen Scheibe (Durchgangalm/Hallstatt) könnten aus dieser Zeit stammen. Adalbert Stifter 1845: „Als das Auffallendste, was sie in ihrer Umgebung haben, ist der Berg, der Gegenstand der Betrachtung der Bewohner, und er ist der Mittelpunkt vieler Geschichten geworden.

Es lebt kein Mann und kein Greis in dem Dorfe, der nicht von den Zacken und Spitzen des Berges, von seinen Eisspalten und Höhlen, von seinen Wässern und den Geröllströmen etwas zu erzählen wüssten ..."Die Wegbereiter der österreichischen Landschaftsmalerei des Biedermeier gelten u.a. auch als künstlerische Entdecker der Alpen. Friedrich Simony schreibt in einem Brief an seinen Du-Freund Adalbert Stifter: „ Mit schwerem Herzen schied ich aus dem Salzkammergut, wo jede Felszacke, jeder schöne Baum, jeder tobende Bach, Seen, Täler Berge und manche warme Augen und weiche Herzen mir liebe Freunde geworden waren."

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Echerntal | Hallstatt: Die einzigartige Naturlandschaft im Hallstätter Echerntal hat seit jeher Künstler und Wissenschaftler in ihren Bann gezogen. Begleiten wir sie bei ihren Entdeckungen.

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