Der Kampf um den Glauben

Im 16. Jahrhundert fielen die Reformationslehren Martin Luthers im Salzkammergut - insbesondere bei den Bergknappen - rasch auf fruchtbaren Boden. Auch der Gegenreformation leisteten die Menschen in diesem Raum erbitterten Widerstand: 1601 wurden alle Brücken abgetragen, die Sudpfannen ausgelassen, die Schiffs- und Holztransporte gesperrt. Evangelische Prediger riefen in den katholischen Kirchen dazu auf, in Religionsdingen Widerstand gegen die Obrigkeit zu leisten.

Kaiser Joseph II

Doch die Truppen des Salzburger Erzbischofs warfen den Aufstand nieder: Man verurteilte die Anführer zum Tode und steckte ihre Häuser in Brand. Wie die meisten Orte im Salzkammergut verlor auch Hallstatt für einige Jahre seine Privilegien. 1734 marschierten neuerlich Soldaten auf: 300 Protestanten - Frauen und Kinder nicht mitgerechnet - aus Hallstatt, Ischl und Goisern wurden bei Nacht und Nebel mit Salzzillen abtransportiert und mussten nach Siebenbürgen auswandern. Erst das "Toleranzpatent" Kaiser Josephs II. (1781) erlaubte den Protestanten die - eingeschränkte - Ausübung ihrer Religion. Damals bekannten sich 500 Hallstätter zum evangelischen Glauben. Drei Jahre später hatten sie bereits ein Bethaus erbaut und eine Privatschule eingerichtet. Die neugotische evangelische Christuskirche besteht seit 1863, nachdem durch das "Protestantenpatent" Kaiser Franz Josephs I. (1861/Bild) der evangelische Glaube dem katholischen völlig gleichgestellt worden war.

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